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The world I live in

Mit zitternder Hand ließ ich das Stück Lego sinken. Mein ängstlicher Blick streifte das leichenblasse Gesicht meines Bruders. Er war in der Bewegung erstarrt und schloss die Augen. Wie unter einem Peitschenhieb zuckten wir beide zusammen als erneut ein gellender Schrei die Stille durchbrach. Ohne auch nur noch eine Sekunde länger zu zögern fuhren wir auf und stürzten in den Flur, hetzten die Treppe hoch und immer weiter auf das Zimmer unserer Eltern zu.

Die Schreie waren mittlerweile in ein ängstliches Wimmern übergegangen. Obwohl ich wusste was mich erwartete war ich bei dem Anblick wie gelähmt vor Schreck. Ich wollte das nicht tun, das nicht sehen….alles was ich wollte war dass es aufhörte. JETZT!

Alles in mir sträubte sich dagegen auch nur noch einen weiteren Schritt zu tun. Doch genau in dem Augenblick hob Mami das von Tränen überströmte Gesicht und bemerkte uns. Schwach hob sie einen Arm und streckte ihn Hilfe suchend in unsere Richtung.

„Schnell! Kommt her!“, flehte sie mit tränenerstickter Stimme.

Voller Angst wanderte mein Blick über die Szene die sich uns darbot….über Mama, welche bäuchlings auf dem Bett lag…bis hin zu Daddy…Mit vor Zorn verzerrtem Gesicht hielt er sie mit einer Hand fest, während die andere immer wieder….Nein!

Er sollte aufhören! Er musste aufhören!

Meine Panik niederkämpfend löste ich mich schließlich von meinem Platz und setzte zögerlich einen Fuß vor den anderen. Es gab keinen anderen Weg. Es gab nur die eine Möglichkeit. Das wusste auch Mami, deshalb rief sie auch jedes Mal ums neue nach uns…

Während ich langsam das Schlafzimmer von Mama und Papa betrat schoss mir plötzlich der Gedanke durch den Kopf: Was wenn es nicht klappte? Was wenn er zu sehr außer sich war vor Wut, um sich durch die Anwesenheit der beiden Knirpse, die soeben das Zimmer betreten hatten, daran hindern zu lassen einfach weiterzumachen?

Als er eine ganze Weile nicht aufblickte bekam ich es mit der Angst zu tun. Wieso funktionierte es diesmal nicht? Mein Bruder warf mir einen hilflosen Blick zu. Ich sah ihm deutlich an, dass auch er nicht wusste was jetzt zu tun sei.

Mamas erneuter Schmerzensschrei veranlasste mich jedoch zu handeln. Entschlossen trat ich einen Schritt weiter aufs Bett zu und sah Papa böse an.

„Hör auf!“, befahl ich mit zittriger Stimme.

Zu meiner Überraschung ließ er tatsächlich langsam die Hand sinken und sah uns zum ersten Mal an. Sein hasserfüllter Blick ließ mir Tränen in die Augen schießen, aber ich ließ nicht locker.

„Blöder Papi!“, schluchzte ich.

Erschrocken sah Mami mich an. Sie nutzte den Umstand dass Daddy kurz abgelenkt war und irgendwie gelang es ihr ihm zu entwischen. Panisch stürmte sie auf mich zu und packte mich ziemlich unsanft am Arm um mich mit weg von Papa zu reißen. Mein Bruder reagierte noch ehe Mama etwas sagen konnte. Er fuhr herum und stürmte uns voraus auf die Treppe zu. Während Mami auf mich einredete und mir zu erklären versuchte wieso ich Papa nicht reizen dürfe, riskierte ich einen Blick über die Schulter zurück.

Nach wie vor saß er in der gleichen Position auf dem Bett und beobachtete unsere Flucht. Für einen kurzen Moment trafen unsere Blicke aufeinander. Mein kleines Herz drohte unter diesem Blick in eine Million klitzekleiner Teilchen zu zerspringen. Erneut wurde mir Klar dass Papa mich aus tiefstem Herzen hasste. Es war mir egal was Mama sagen mochte, ich wusste dass ich Recht hatte.

Der Blick mit dem er mich ansah ließ daran keinen Zweifel…..

 

10.6.07 16:53





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