Startseite
    Stories
    Gedanken
    RPG´s
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

http://myblog.de/luzichan

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Does morning always come?

Völlig verstört saß Ken in der Ecke seines Zimmers.
Obwohl es schon spät war und draußen schon die Nacht hereingebrochen war, hatte er kein Licht an.
Wie war das nur möglich? Wieso hatte er nichts bemerkt? Immer noch konnte er es nicht fassen.
Seit seiner Rückkehr aus der Schule hatte er mit niemandem gesprochen. Seine Mutter hatte ihn anfangs nicht allein sich selbst überlassen wollen, hatte dann jedoch bald eingesehen dass es keinen Sinn hatte weiter in ihn zu dringen.
Ken war völlig fassungslos....doch was ihn am meisten schockierte war dass er nicht weinen konnte.
Der Schmerz über den plötzlichen Verlust war so enorm dass er nicht einmal im Stande war ihn zuzulassen.
Seine Gedanken rasten, und immer und immer wieder stellte er sich die gleiche Frage: Warum?

Als er heute Morgen zur Schule ging, hatte er nicht geahnt dass sich sein Leben so schnell so drastisch verändern würde. Keiner hatte damit gerechnet. Es gab keinerlei Anzeichen die darauf hätten schließen lassen.
Wie jeden Morgen war er zusammen mit Markus, seinem besten und ältesten Freund zur Schule gefahren.
Wie hatte er es nur nicht bemerken können....Wie war es möglich dass ihm entgangen war wie verzweifelt und unglücklich Markus gewesen war?
Seit jeher vertrauten sie sich blind, sie hatten immer über alles reden können.
Wieso hatte er Ken nicht gesagt wie schlecht es ihm ging? Was war der Grund gewesen dass Markus es vorgezogen hatte sich den kalten Lauf der Pistole seines Vaters an die Schläfe zu setzten und abzudrücken anstatt mit Ken über seine Probleme zu reden! Verdammt er war doch erst achtzehn!!! Wie konnte er in diesem jungen Alter schon dermaßen verzweifelt gewesen sein??!!
Nicht zu fassen dass Ken keine Ahnung gehabt hatte.
Er war den ganzen Tag mit Markus zusammengewesen, wie jeden Tag, doch dann hatte sein Freund sich in der Mittagspause verabschiedet und war, unter dem Vorwand er würde sich nicht wohl fühlen, nach Hause gegangen.
Nichts Böse ahnend hatte Ken ihm gute Besserung gewünscht und Markus versprochen am Abend nach ihm zu sehen....
Doch dann....in der darauffolgenden Stunde kam die Hiobsbotschaft. Der Klassenlehrer betrat den Raum, ihm war anzusehen dass er bis ins Mark erschüttert war...
So vorsichtig wie möglich hatte er der Klasse mitgeteilt dass ihr Klassenkamarad sich wohl im elterlichen Wohnzimmer in der Mittagsstunde mit der Pistole seines Vaters erschossen hatte.
Die Klasse war zutiefst erschüttert gewesen.
Niemand hatte ein Wort gesagt, einige hatten Ken mitleidige Blicke zugeworfen, doch dieser hatte bis jetzt noch immer nicht wirklich realisiert was passiert war.
Ihm war durchaus bewusst dass er seinen besten Freund für immer verloren hatte, und dass er selbst als Freund mehr als versagt hatte....Denn er hatte Markus, einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben nicht die Sicherheit, Geborgenheit und Kraft geben können die dieser gebraucht hätte.
Ken fühlte sich nutzlos und schuldig.
Wäre er Markus ein besserer Freund gewesen wäre es vielleicht nie soweit gekommen.
Wie hatte er das nur zulassen können?
Sein Kopf sagte ihm dass das Blödsinn war, doch sein Herz sagte etwas ganz anderes.
Er konnte sich nicht davon abhalten sich selbst Vorwürfe zu machen.

Was hatte Markus nur in derartige Verzweiflung gestürtzt dass er keinen anderen Ausweg mehr gesehen hatte als den Tod? Und warum um alles in der Welt, hatte er alles was an sein früheres Leben erinnern konnte vernichtet?
Markus hatte vor seinem Suizid jegliche Mails gelöscht, alle seine sms, sowie Briefe, Zeugnisse....überhaupt alles was an ihn und seine Identität hätte erinnern können.

Ken fühlte sich leer. So als wäre er innerlich tot.
Er wusste dass der Schmerz irgendwann hervorbrechen würde, und dass er ihn überwältigen würde, er war sich ebenfalls bewusst dass er allein nicht damit fertig werden würde.
Doch er konnte diese mitleidigen Blicke, die tröstenden Worte nicht länger ertragen.

Er wollte einfach in Ruhe gelassen werden. In Ruhe um den Verlust seines Freundes trauern...eines Feundes dem er nicht hatte helfen können....Er war Markus keine Stütze gewesen. Wahrscheinlich hatte dieser sich im Stich gelassen und unverstanden gefühlt....
Wie hatte er es nur nicht bemerken können???! Dabei kannten sie sich bereits seit Jahren!
Es hätte ihm auffallen sollen, es hätte ihm auffallen müssen dass etwas nicht stimmte.

Ken sah zum Fenster, diese Schwärze vor dem Fenster passte gut zu seiner Stimmung.

Würde die Nacht wohl jemals wieder dem Tag weichen....?
16.8.06 11:15
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung